Gestaltpädagogik
- Lernziel: Menschlichkeit und bedeutsames Lernen -
Gestaltpädagogik ist eine Form ganzheitlichen Lernens, die in den Unterrichtseinheiten mit einem ganzheitlichen-kreativen Kontakt zum Thema beginnt und erst später zum logisch-rationalen Sachbezug übergeht. Im Fokus steht die Persönlichkeit der Lehrkraft selbst sowie die kreative Gestaltung des Kontaktes zu Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Schlagworte sind in diesem Zusammenhang die Persönlichkeitsentwicklung und der Kontaktprozess.
Das wichtigste Handwerkszeug der Lehrkraft/Pädagogen ist also seine Person selbst. Gestaltpädagogik ist keine neue Methode, sondern vielmehr eine gewachsene Haltung.
Und was bedeutet dies für die Schule?
Angewandte Gestaltpädagogik bewirkt einen optimalen Lernprozess, der an die Bedürfnisse und Interessen von Lehrkräften/Pädagogen und Schülern anknüpft und zu einer wohlwollenden Atmosphäre im Unterricht beiträgt. Die Erfahrung zeigt, dass das ganzheitliche und authentische persönliche einbringen in die beruflichen Kontakte den Erfolg, die Kreativität und die Arbeitszufriedenheit fördert. - Also: Gesundheit im Klassenzimmer!
Für diese Einheit sind folgende Prinzipien erforderlich:
- Gewahrsein (für die eigenen Bedürfnisse und die der Kinder)
- Kontakt und Begegnung (guter Kontakt zwischen Lehrkräften/Pädagogen, Schülern und Eltern
- Unterstützung (auch für subjektiv bedeutsame Themen der Beteiligten)
- Kreativität und spielerische Elemente (abwechslungsreiche Tätigkeiten mit viel Bewegung und Freiräumen für alle Beteiligten)
- Eine störungsarme Klassengemeinschaft (im Sinne der TZI: "Störungen haben Vorrang!")
- Eine klare Definition und damit ein Wechsel zwischen Freiraum und Grenzen
Zum Erreichen dieser Ziele können verschiedene Gestalt-Methoden und -Prinzipien eingesetzt werden, die ein Pendeln zwischen logisch-rationalen und kreativ- ganzheitlicher Wissensvermittlung ermöglichen und darüber hinaus diese optimieren.
An wen richtet sich diese Fortbildung?
- An alle Lehrkräfte, die aufgeschlossen sind für kreative und ganzheitliche Veränderungen in ihren Unterrichtseinheiten
- An alle Lehrkräfte, die Unterstützung für eine wohlwollende Atmosphäre in ihrem Unterricht und im Umgang mit allen Beteiligten im Settingansatz Schule suchen.
- An alle Lehrkräfte, die sich mehr Begegnung und Kontakt anstatt "allgemeiner Unterrichtsführung" wünschen.
- An alle Lehrkräfte, die stressfreier unterrichten wollen…
Was erwartet Sie?
Anhand von mehreren Übungen (Rollenspiele, Skulpturarbeiten, Kleingruppenarbeiten, Kollagen, Mind-Maps, Entspannungs- und Wahrnehmungsübungen, etc.) und des Ablaufes des Workshops können Sie gelebtes gestaltpädagogisches Unterrichten erleben und erfahren.
Dazu biete ich Ihnen:
- Einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Gestaltpädagogik.
- Eine Einführung in die Methoden und Prinzipien der Gestaltpädagogik.
- Praktische Beispiele (Was bedeutet voller Kontakt und wie vermeide ich ihn? Wie bringe ich meine persönlichen Grenzen ins Kontakterleben ein?).
- Einen kurzen Einstieg für die Umsetzung im Unterricht (Methodenplan und Vernetzung der verschiedenen Ebenen anhand ausgewählter Beispiele).
- Ein Handout mit einer Kurzfassung zum Workshop und verschiedenen Praxisbeispielen.
- Eine Literaturliste zum Thema Gestaltpädagogik.
Zu meiner Person:
Seit vielen Jahren bin ich im Bereich Gesundheitsförderung- und Suchtprävention in Schulen und in der Lehrerfortbildung tätig. Ich habe durch meine Ausbildung zur Analytischen Gestalttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie, die Umsetzung der Gestaltpädagogik im schulischen Bereich und in die Seminartätigkeit durch mehrere Fortbildungen intensivieren und auch praktisch umsetzen können.
Die Ergebnisse waren jedes Mal beeindruckend und in der Umsetzung sehr entspannend, zudem für Lehrkräfte als auch für Schüler eine wichtige Erfahrung für ein ganzheitliches Lernen.
Hier ein kurzer Kommentar von einer Lehrerin (Grundschule) nach einem gemeinsamen Lebenskompetenztraining in einer 3. Klasse:
"Die ruhige und angenehme Atmosphäre, die du durch deine wertschätzende Haltung und den aufmerksamen Kontakt zum Kind mit dem Projekt in die Klasse gebracht hast, war für mich sehr bereichernd und hat mir gezeigt, dass diese Form der Pädagogik eine der effektivsten ist! Ich habe sehr davon profitiert und werde vieles davon weiterhin umsetzen!"
Aspekte bedeutsamen Lernens anhand eines Beispieles für den Sachunterricht:
Die Tiere im Winter (Grundschule 3. oder 4. Klasse)
| Logisch-rationaler Sachbezug | ganzheitlich-bedeutsamer Sachbezug |
| Kognitiv |
Affektiv |
| Verbal |
Sinnlich |
| Abstrakt |
konkret, bildlich |
| Konzentriert |
entspannt |
| Allgemein |
spezifisch |
| Distanziert |
involviert |
Als Beispiel:
| Die Tiere werden von Lehrkraft vorgegeben | Jedes Kind sucht sich ein Tier seiner Wahl |
| nformationen über das Tier erhalten | Zu subjektiven Vorstellungen über das Tier einladen |
| Darüber reden, wie das Tier lebt | Phantasie freien Lauf lassen |
| Gesammelte Informationen über das Tier aufschreiben und möglichst genau aufmalen | sich mit dem Tier identifizieren, mit anderen spielerisch in Kontakt treten |
| Sachinformationen über Winterruhe, Winterschläfer etc. aufschreiben | Geschichte oder Gedicht zum Thema, Ausstellung von Kollagen, Theaterstück, Bilderbuch erstellen etc. |
Für den gestaltpädagogischen Unterricht ist der Wechsel zwischen logisch-rationalem und ganzheitlich-kreativem Sachbezug wichtig.
Termine: Auf Anfrage
Kursdauer: 2 ½ Tage
Teilnehmerzahl: max. 14
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